дон

richtung osten
weil ich mit dem radl nicht gleich auf eine autobahn wollte, bin ich erstmal ein stück ausserhalb von kiev richtung norden auf die ho7 geradelt. bis dahin waren es schon ca. 40 km. als ich ankam, war es 7 uhr früh, das heisst, ich bin schon ca. seit halb 5 uhr geradelt …
auf der h07 geht es ab km 42 jetzt bis sumy, ich brauch mich also nicht mehr nach der karte richten. ich muss nur die nächsten 280 km immer gradeaus fahren, alle kilometer kommt ein schild: 45 nach kiev, 46 nach kiev, 47 nach kiev … und dann gibt es da jetzt auch noch so eine strasse wie bei uns im osten: beton und alle 4 m eine dehnungsfuge. das hat nur noch gehobelt, obwohl es fast flach dahin ging …hoppel …hoppel … bei km 130 hoppelpiste hab ich mich dann hingelegt hintern nach oben …
bei km 70 war neben der strasse ein neu errichteter rastplatz, gebaut aus eichenholz mit hütte, schaukeln, usw. super hab ich gedacht, jetzt gibt?s das öfter SAM_0166  copyrigth gerry the tramp

                    copyrigth gerry the tramp  SAM_0167

hoppel
nach einer kurzen nacht ging es weiter …hoppel … hoppel km150 nach kiev, ganz plötzlich ? das radl rollt fast von allein, der asphalt ist glatt ? ich wünsch mir ja selten etwas, aber irgendwie würde es mir gefallen, wenn es so weiter ginge …???? km 160 im fliegen erreicht. der asphalt ist noch immer super … er bleibt es auch. zu mittag finde ich dann einen und gleich darauf einen zweiten rastplatz. dort möchte ich mittagessen und mich ausruhen, aber ich habe sofort die flucht ergriffen und das essen verschoben, weil es von mücken und bremsen nur so gewimmelt hat. vergiss es ? schöne natur, wenn mücken da sind! ich hab dann eine freihstehende busstation in der sonne bevorzugt. in rommny mache ich kurz pause ? mein hintern tut mir immer noch weh nach dem gestrigen gehoppel …
dank der guten strassen komme ich noch bis sumy, ca. 13 km nach sumy übernachte ich wieder mal im zelt.

sumy 50 km
es sind noch ca 5o km bis nach russland. ungefähr auf halber strecke kommt noch ein rastplatz zum frühstücken. keine mücken! nur ein freilaufender hund, aber er bleibt auf abstand.
ich habe das mit den rastplätzen erwähnt, weil in der restlichen ukraine haben die irgendwie gefehlt. anfangs in der ukraine, kurz vor kalus gab es eine nette hütte. die war aber leider besetzt … ansonsten gibt es auch in den ortschaften kaum einen platz, wo man auf einer bank sitzen kann. in kazan hab ich am friedhofsrand auf einer bank mit tisch gegessen. das gibt es hier oft auf friedhöfen. irgendwann hab ich mich dann auf eine bank vor einem gartentürchen gesetzt. die gibts auch sehr viel. da sitzen dann die senioren und lachen über so einen radler wie mich. oder sie schütteln den kopf oder bekommen den mund nicht mehr zu vor lauter schauen …
an die landwirte und landwirtinnen, sowie forstwirte und forstwirtinnen:
es gibt hier in der ukraine felder, die sind ca. 20 km lang und bestimmt 10 km breit. im westen von kiev größere,   SAM_0180  copyrigth gerry the                                                                                                                                                            tramp

im osten etwas kleiner, weil es hügeliger ist. ob die erde im osten weniger schwarz ist, weiss ich nicht so genau. seit kiev regnet es nämlich nicht mehr und es kann ja sein, dass sie heller ausschaut, wenn sie so trocken ist. irgendetwas wird schon gemäht ? sieht aus, als würden sie silo machen aus fettem gras?
wald gab es nur auf der strecke in die karparten. am straßenrand werden bäume gepflanzt, die wahrscheinlich im winter als schneeschutz dienen. meist sind es pappeln, oft auch linden, ab und zu dann eichen und akazien, ganz im osten erst birken.
irgendwo kurz vor sumy gibt es dann ein bisschen mehr wald. Hinter sumy habe ich dann auch erdölfelder und gasanlagen gesehen.
an die elektriker: solarmäßig wäre noch voll freies land! man muss die anlagen nur schneesicher machen und abnehmer für den strom finden.
strom gibt es hier schon, aber wasser gibt es oft nur aus ziehbrunnen. in den karparten und im osten gab es viele pferdegespanne. bestimmt in jeder ortschaft eines, egal ob stadt oder land. kühe gibt es oft einzeln oder mehrere mit und ohne hirten, die ziegen sind hier im osten grösser.
der strassengraben ist oft ca. 5 meter breit. ich glaube, der ist für den schnee. der wird da reingeschoben und wenn er taut, gibt es dann wassergräben. die strassenschilder sind sehr weit weg von der strasse damit, sie nicht unter den schneemassen begraben und zerstört werden. ausserdem gibt es eh? kaum welche, hier ist man mit schildern sehr sparsam.
also nochmal: strasse, dann graben, dann bäume, dann riesige felder …
so gegen 11uhr erreiche ich die grenze.
die ungarn wollen meine apotheke sehen und suchen nach narkotika.
die russen wollen wissen, ob ich mit dem radl nach moskau will und wie weit ich schon gefahren bin, wegen der drogen haben sie gleich einen schönen schäferhund auf mein radl losgeschickt. aber ? nix dabei, kann man auch nix finden …
hey, ich hab?s geschafft! ich bin in russland mit dem radl und i glaub?, die russen haben auf mich gewartet! die strassen haben?s voriges jahr frisch geteert, es geht super zum fahren. abends bin ich schon 80 km hinter der grenze kurz vor obojan baue ich mein zelt auf ? gut getarnt, aber nicht weit weg von den ortschaften …
ich werde einen ganzen tag pause machen weil mir der hintern vom hoppelpflaster weh tut und es den ganzen sonntag regnet.
ich hatte von kiev bis obijan nur sonne. bei euch in de hat es nur geregnet und in at ertrinkt alles …
nachdem ich mich am sonntag kurz vor obajan mal so richtig ausgeruht habe, bin ich am montag bei leichtem regen weiter bis nach manturovo gefahren.
was man gutes bekommen hat, merkt man oft erst, wenn es nicht wieder kommt …

wenn man von trebowlja in der ukraine nach norden fährt, kommt bald ein Abzweig nach rechts und kurz vorher ist links ein café, da gibt es frischen hefeteig gefüllt mit quark. ich glaub, den ganzen tag frisch gebackene ? schmecken saugut, ich habe aber nur einen geschafft. und nicht mehr wieder bekommen. oder zwischen sudzha und obojan in russland, links an der strasse ein kleiner produkty laden in blau, wie vieles in der ukraine und in russland, da hab ich einen frischen karottensalat ? ganz scharf angemacht ? bekommen super-lecker …
wie gesagt, erst wenn es nicht da ist, weiss man es zu schätzen.
abends im trockenen das zelt wieder aufgebaut.  SAM_0177

copyrigth gerry the tramp

von sudzha über obojan, moturovo bis tim bin ich auf einer nebenstrasse gefahren. von tim bis voronezh geht es auf der 144 ? einer überlandstrasse ? weiter. ich muss sagen, die strassen in russland übers land sind einfach spitze.
wenn sie kaputt sind, werden sie gerade frisch geteert oder teilweisse sogar neu angelegt und verbreitert.
auf den nebenstrassen ist weniger verkehr, aber kurz nach veronezh ist meine gute karte aus und ich muss mich auf den grossen strassen nach tambov durchschlagen.
das heißt lkw von vorne und von hinten, runter vom asphalt, oft in groben schotter, gestern hat mein radl anders als sonst gequietscht, heute sitze ich beim mittagessen seitlich von meinem rad und dann sehe ich vorne an der lenkerhülse, einen riss im metall, also in dem kurzen rahmenteil über der gabel, jetzt hab ich plötzlich angst, dass es nicht mehr weiter geht.
was machen??
rudi hat gesagt, man kann an dem radl alles schweißen … also langsam weiter bis zum nächsten kuhdorf an der strasse, dann rechts ab von der grossen piste, bis ich zwei frauen finde, die ich ansprechen kann. natürlich stehen die genau vor dem hof, wo sehr viele landwirtschaftliche geräte stehen und der nette bauer ? der offizier war oder ist von der polizei? ? schweißt mein radl elektronisch wieder zusammen.   SAM_0190  SAM_0192

                                                                             copyrigth gerry the tramp

das war in bykovo ca. 100 km vor voronezh. geschweißt und zufrieden fahre ich weiter. 50 km vor vveronezh geht ein aufregender tag zu ende.

morgens geht es los nach veronezh, ca. 50km. es ist schönes wetter und gerade will ich über eine brücke fahren, da lese ich „дон“. der fluss heist don, nach ihm habe ich mein fohlen getauft das jetzt in geierlambach bei einer netten familie angekommen ist.  SAM_0193  copyrigth gerry the tramp
auf einem platz in der stadt sehe ich eine kaffeebar, in der viele leute essen. ich möchte mich auch mal verwöhnen lassen und bestelle – der sprache nicht ganz sicher – einige dinge, die ein vegetarier essen kann.
es war zwar kalt, aber trotzdem gut. danach habe ich ein internetcafé gesucht, aber die meisten leute wissen keines. es ist hier sehr schwer, regelmässig ans netz zu kommen, darum dauert es ein bisschen bis ihr neues von mir hört.
aber wenn es geht, dann schreib ich für euch.
gute nacht
gerry the tyramp
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